Zwei Seiten in Zypern

Juni 7, 2011

„Nein, Sie können nicht von Nordzypern nach Südzypern laufen. Ich fahre Sie gerne mit dem Taxi hin.“ Hanspeter hätte es dem Taxifahrer in Salamis (siehe Video) beinahe abgenommen, aber Annemarie zweifelt an der Aussage. „Haben Sie auf der Strecke durch den britischen Militärstützpunkt wirklich noch nie Fußgänger gesehen?“ fragt sie zurück. „Nein, nie.“ kommt die Antwort. „Die Menschen haben schon viele Gerüchte verbreitet. Vielleicht stimmt es ja gar nicht.“ argumentiert Annemarie. Schließlich einigen wir uns, es nach der Besichtigung der Stadt Famagusta (siehe Video) wenigstens zu versuchen. An der Grenze will der Beamte einen unserer Rucksäcke genauer unter die Lupe nehmen. „Sie können auswählen, welchen ich anschauen soll.“ Uns ist es egal, aber wir schlagen ihm vor, Annemaries Rucksack zu nehmen. „Dann nehme ich Ihren“, sagt er, und deutet dabei auf den Rucksack von Hanspeter. Als wir durch den Militärstützpunkt wandern, meint Annemarie: „Er hätte uns ja gar nicht fragen müssen, wenn er dann sowieso denjenigen wählt, den er möchte. „Er dachte vielleicht, wir hätten bestimmt den Rucksack vorgeschlagen, der nichts Illegales enthält und entschied sich deshalb für den anderen“, ist die Logik von Hanspeter. Wie dem auch sei, der Zollbeamte bestätigte uns, was wir bereits vorher gehört hatten: der Stempel in unserem Pass von unserer Einreise in Nordzypern könnte uns zum Verhängnis werden. Andere hatten uns gesagt, dass wir vielleicht wieder nach Nordzypern zurück müssten, um nach Israel fliegen zu können, was einige Hundert Euro mehr kosten würde als von Südzypern aus. Nach unserer Einreise in Südzypern setzte sich Hanspeter an den Computer, um an offizieller Stelle nachzufragen.

Ja, auf dieser Insel gibt es eine türkische und eine griechische Seite. Bei Gesprächen merkten wir schnell, dass zwischen diesen zwei Seiten ein großer Konflikt in der Luft liegt. Allein beim Thema EU wird es kompliziert. In der Informationsbroschüre steht: „Am 1. Mai 2004 wurde Zypern – mitsamt dem besetzten Norden – Vollmitglied der Europäischen Union. In einem Protokoll des Beitrittsvertrags wird jedoch vermerkt, die Anwendung des EU-Regelwerks in denjenigen Gebieten der Republik Zypern, in denen (aufgrund der türkischen Besatzung) die Regierung der Republik Zypern keine Kontrolle ausübt, werde bis zur Lösung der Zypernfrage aufgeschoben. Die Verhandlungen und Bemühungen um eine gerechte und funktionale Lösung werden weiterhin fortgesetzt.“ Auf dem Festland hörten wir zur EU auch unterschiedliche Bemerkungen. In einem Land hieß es: „Wir müssen nett sein, wir wollen doch in die EU“, und im anderen Land: „Es ist nicht unser Fehler, dass es so steht um unser Land. Die von der EU hätten uns besser kontrollieren müssen.“ Es gibt aber auf beiden Seiten Menschen, die freiwillig nett sind. Und das Kontrollieren gehört nun einmal zum Leben. Auch bei uns gibt es da noch Verbesserungspotenzial. Auf einem Campingplatz in Zypern hörten wir das Summen einer Mücke, doch im Zelt wähnten wir uns beide in Sicherheit. Am nächsten Morgen entdeckten wir jedoch, dass die Mücke sich nicht wie angenommen außerhalb, sondern innerhalb des Zeltes befunden hatte. Eine unübersehbare Blutspur verriet uns, dass sie während der Nachtstunden ziemlich aktiv gewesen war. Andere Tiere haben andere Vorlieben. Zwei Hunde finden Plastik sehr genüsslich (siehe Video). In Zypern sind wir einem anderen Tier zum Glück nur in toter Form begegnet: einer Schlange. Annemarie geht diesen Tieren freiwillig aus dem Weg. Mutig hat sie vor vielen Jahren beim Besuch eines Teenagers ihre Hände hingestreckt, damit er ihr seine Schlange drauflegen konnte. Zuerst ging alles gut. Als sich die Schlange jedoch unerwartet bewegte, zog Annemarie vor Schreck ihre Hände zurück und die Schlange fiel zu Boden. Es tat ihr sehr leid, aber sie konnte den Vorfall nicht mehr rückgängig machen.

Auch Adam und Eva konnten nicht mehr rückgängig machen, dass sie der Schlange glaubten, Gott habe sie angelogen und wolle ihnen etwas vorenthalten. Das Problem ist, dass der Gegenspieler Gottes nie aufhört, Leute zu belügen und auf verschiedene Weise versucht, sie vom geraden Weg mit dem Herrn abzubringen. Auf Zypern rief der Landvogt Paulus und Barnabas zu sich, weil er von ihnen das Wort Gottes hören wollte. Der falsche Prophet und Zauberer Elymas setzte in Paphos (siehe Video) alles daran, damit sich der Landvogt vom Glauben abwendete. Paulus nahm das nicht einfach so hin. „O du Kind des Teufels, voll aller List und aller Bosheit, Feind aller Gerechtigkeit, hörst du nicht auf, krumm zu machen die geraden Wege des Herrn?“ sagte er zu Elymas (Apostelgeschichte 13). Elymas erblindete daraufhin eine Zeitlang und der Landvogt kam zum Glauben. Der Durcheinanderbringer machte auch vor Jesus nicht Halt. In Matthäus 4 lesen wir, wie Jesus dem Satan bei jeder Versuchung ein Bibelwort aus dem fünften Buch Mose entgegen hielt. Wir lesen sehr gerne in der Bibel, doch neben dem Wandern, Wäsche Waschen, Einkaufen und den nötigen Abklärungen bleibt uns manchmal nicht die gewünschte Zeit dafür. Aber mit der heutigen Technik ist auch das kein Problem. Paul hat uns unterwegs einen kleinen MP3-Player mit dem Neuen Testament geschenkt. So können wir beim Wandern per Kopfhörer die beste Nachricht der Welt hören. Auch hier hat Gott wieder wunderbar und einzigartig für uns gesorgt. Eine ganz andere Art seiner Hilfe erlebten wir durch das Wetter. Zu Beginn war es in Zypern heiß und feucht warm. Unsere Haut reagierte mit einem Ausschlag an den Beinen.“ Danke Herr!“, sagten wir, nicht wie vor ein paar Monaten bei der Sonne, sondern bei jeder Wolke, die Gott schickte. Als es kühler wurde, verschwand unser Hautausschlag wieder. Immer wieder hörten wir: „Das Wetter ist dieses Jahr sehr komisch.“ Wir freuten uns darüber.

In der Zwischenzeit sind wir in Israel angekommen. Bei der Ausreise aus Zypern zeigten wir unseren Personalausweis und kamen problemlos durch. Danke Herr! Wenn es von der politischen Situation her möglich ist, werden wir am Donnerstag an der Grenze zum Libanon mit dem Israel-Trail beginnen. Nun folgen wir den Spuren von Jesus und nicht mehr denen von Paulus. „In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.“ (Kolosser 2,3). In diesem Sinne machen wir uns auf zur Schatzsuche und wünschen auch Euch, dass Ihr noch viele Schätze entdeckt. Das Leben mit Gott ist und bleibt spannend.

Hanspeter und Annemarie

 nächster Bericht

Weitere Links:

Homepage: www.BaselJerusalem.info

Fotos: https://baseljerusalem.wordpress.com/category/fotos/

Videos: http://www.youtube.com/user/BaselJerusalem?feature=mhum#g/u

Medienberichte: http://www.obrist-impulse.net/html/medien.html

Beitrag im Radio Life Channel (ERF Schweiz) vom 24. Mai 2011

http://www.erf.ch/artikel/13903.html

Frühere Sendungen: http://www.lifechannel.ch/life_channel-programm-serien-reise_nach_jerusalem.html

2 Antworten zu “Zwei Seiten in Zypern”

  1. pamesch Says:

    Willkommen daheim –
    ist jedenfalls immer mein Eindruck, wen ich in Israel lande.
    Schaut Ihr mal in Haifa bei Najib vorbei?
    shalom
    pamesch

  2. Doris und Daniel Says:

    So GEWALTIG, ihr seid in Israel gelandet!
    Wir gratulieren euch ganz herzlich zu diesem grossartigen Ereignis!!!
    Doris und Daniel


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